"Wildes Eck"

Eine Oase für einheimische Pflanzen, Insekten und Kleintiere




April 2026

 


Es hat sich viel getan, seit Mitglieder des Gartenbauvereins in Münsing am Ende der Bachstraße / Ecke Lindenweg im November 2024 begannen, eine Blühwiese als Biotop für die Pflanzen- und Tierwelt anzulegen. Wenn man jetzt an dem - inzwischen auch eingezäunten - Grundstück vorbeigeht, sieht man seit dem frühen Frühjahr, wie sich die unterschiedlichsten Frühjahrsblüher von ihrer schönsten Seite zeigen (Krokusse, Wildtulpen, Traubenhyazinthen, Blausterne etc.). Und natürlich haben sich auch Bienen und andere Insekten gleich dort eingefunden. Auf der anfangs noch kahlen Fläche haben sich viele weitere Wiesenblumen und Stauden etabliert, die im späteren Frühling und im Sommer noch ihre Pracht entfalten werden. Auch die insektenfreundlichen, heimischen Sträucher sind gut angewachsen und werden uns im Laufe des Jahres mit ihren Blüten erfreuen. Zwei Apfelbäume auf dem Gelände sollen nicht nur die Optik abrunden, sondern uns im Herbst auch mit ihren Früchten beschenken. Wichtig war es uns nun auch noch, spezielle Lebensräume für bestimmte Tierarten zu schaffen. Begonnen haben wir im letzten Jahr mit einem vielfältig bestückten „Haus für Insekten“ und einer „Sandlinse“ für die bodenbrütenden Wildbienen (das sind übrigens die meisten Wildbienenarten). Ergänzt haben wir nun noch einen „Totholzhaufen“, der Käfern, Igeln und Vögeln als Lebensraum, Winterquartier und Nahrung dient. Dafür ist fast in jedem Garten ein Platz zu finden. Er fördert die Artenvielfalt, braucht wenig Pflege und lässt sich auch gut als Gestaltungselement nutzen. Als weiteren Baustein haben wir eine „Benjeshecke“ angelegt. Mit dieser linienhaften Aufschichtung von mehr oder weniger dünnem Schnittgut lassen sich zum einen natürliche Begrenzungen schaffen (z.B. rund um den Kompost). Zum anderen bietet dieses Gebilde aber auch Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung. Den Höhepunkt bildet nun aber seit kurzer Zeit unsere „Eidechsenburg“. Ein tiefes Loch (ca. 80 cm) , aufgefüllt mit Kies, größeren Steinen und Totholz, schafft einen idealen Überwinterungsraum für die Eidechsen, die sich hoffentlich bald im Biotop einfinden werden. Gekrönt wurde dieses Bauwerk nun noch von einem Kunstwerk. Der Münsinger Bildhauer Hans Neumann hat eine große hölzerne Eidechse gestaltet, die jetzt als Blickfang unser „Wildes Eck“ und unsere „Eidechsenburg“ noch besonders aufwertet. Wir freuen uns sehr über dieses Geschenk und sind sehr stolz darauf, dass es unser Biotop schmückt. Alle zuletzt beschriebenen Elemente unseres „Wilden Ecks“ sind mit informativen Schildern vor Ort erklärt und geben allen Besuchern wertvolle Hinweise. Nun hoffen wir, dass sich unser Biotop weiterhin gut entwickelt und sich die Natur entfalten kann. Wir würden uns über viele Besucher freuen und verbinden damit auch die Hoffnung, dass wir die eine oder andere Anregung für die eigenen Gärten geben können.

Eidechsenburg  -  Benjeshecke  -  Totholzhaufen   /   zum Weiterblättern --> klicken

Die Eidechse zieht ins "Wilde Eck"

November 2025


Die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen hat 2025 einen Nachhaltigkeitspreis unter dem Motto „Weilˋs um unsere Zukunft geht!“ ausgelobt.

 
Wir haben uns mit unserem Projekt „Das Wilde Eck“ für diesen Preis beworben und ein Preisgeld von 2.000€ gewonnen.


Die Preisgelder wurden zweckgebunden für ökologische Projekte vergeben.


Wir verwenden es, um an unserem „Wilden Eck“ in Münsing noch mehr für die Artenvielfalt und für die Umweltbildung zu tun.

Dabei liegt es uns besonders am Herzen unsere Kinder mit Aktionen für die Natur zu begeistern.


Oktober 2024


Am Ende der Bachstraße/Ecke Lindenweg tut sich was. Viele fragende Blicke haben sich vor Ort auf uns Gartler gerichtet. Was passiert da?
Die Straßenbauarbeiten sind dort inzwischen beendet, und jetzt soll am südlichen Spitz des zum Lothhof gehörenden Wiesengrundstücks eine Blühwiese als Biotop für Insekten entstehen.
Das Komplizierteste an einem solchen Projekt ist die Bodenaufbereitung. Der Gartenbauverein hat dazu ein Konzept für die Untergrundgestaltung entwickelt. Mit Unterstützung der Gemeinde und der Firma Holzer musste zunächst einmal der Mutterboden abgetragen werden. Darauf wurde dann eine Kiesschicht aufgebracht und darüber noch Sand.
Nun haben fleißige Helfer aus dem Gartenbauverein 500 Blumenzwiebeln und diverse Stauden vergraben. Und dann ging es ans Aussäen und Einwalzen. Auf dem durch das Abtragen des Mutterbodens entstandenen kleinen Wall wurden einheimische Gehölze gepflanzt, die den Insekten zusätzlich Nahrung und Schutz geben sollen.
Auch für Insekten - Nisthilfen wird gesorgt. Für die bodenbrütenden Wildbienenarten entstand eine Sandlinse mit einem speziellen Bodenaufbau aus Sand, Kies und Totholz. Für die oberirdischen Brüter ist eine Nisthilfe aus Holz mit viel gelöchertem Interieur entstanden.
Das alles ist ein Experiment für uns Gartler, das wir sehr gerne und aus Überzeugung angegangen sind. Wir sind gespannt, wie sich dieses „Wilde Eck“, wie wir es nennen, entwickelt. Wir werden es mit Spannung beobachten und begleiten.
Wir hoffen nun, dass es für die bedrohte Insektenwelt eine Oase wird, an der sich aber auch wir alle beim Vorbeigehen erfreuen können.